Haiti - Missionszentrale der Franziskaner

das Hilfswerk - für die würde der Menschen - weltweit
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Haiti

Überleben in den Zeiten der Cholera

In Haiti ist die Katastrophe zum Alltag geworden. Seit dem schweren Erdbeben vom 12. Januar 2010, bei dem zwischen 250.000 und 300.000 Menschen ums Leben kamen, fristen mehr als eine Million Obdachlose ihr Dasein in Zelten und Bretterbuden unter menschenunwürdigen Bedingungen. Der schwache und korrupte Staat hängt am internationalen Tropf, während die großen Hilfsorganisationen mit den widrigen Bedingungen einer kaum vorhandenen Infrastruktur kämpfen. Mitte Oktober brach schließlich eine Choleraepidemie aus, der bis Mitte November bereits rund 1.000 Bewohnerinnen und Bewohner des ohnehin ärmsten Landes der westlichen Hemisphäre zum Opfer fielen. Mitten in diesem Chaos leben und arbeiten drei franziskanische Gemeinschaften, die mit Unterstützung der Missionszentrale der Franziskaner (MZF) in Bonn die größte Not für einige Haitianerinnen und Haitianer zu lindern versuchen. Emanuel Graef, der die Hilfsprojekte der MZF in Lateinamerika koordiniert, besuchte das Land Anfang November. Seine Eindrücke dokumentierte er in einem Tagebuch.

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6 Monate nach dem Erdbeben

Franziskanerbruder Jean-Louis berichtet aus Port-au-Prince

Liebe Brüder und Schwestern,
die Zeit vergeht sehr schnell und Haiti kommt nicht mehr in den internationalen Nachrichten vor. Viele von Euch fragen, wie die Situation hier ist und ob es vorwärts geht.

… selbst die Gebäude, die solide erschienen, drei oder vier Stockwerke hatten, sind völlig zerstört. Die Trümmer liegen immer noch auf der Straße, und deshalb sind nach wie vor viele Straßen blockiert.

Einige Männer bearbeiten mit Vorschlaghämmern die kaputten Wände, um sich Steine, Eisen und Betonstücke herauszuholen und sich damit etwas Geld zu verdienen. Sie arbeiten in sengender Hitze, die durchgeschwitzten Hemden kleben Ihnen am Körper – in diesem Jahr ist es heißer als sonst.

Viele Menschen leiden unter Bluthochdruck, Diabetes und Herzinsuffizienz. Manche finden ihren Arzt nicht mehr, weil es das Gebäude nicht mehr gibt.

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Schule unter freiem Himmel

Franziskanerinnen organisieren Schulunterricht für Flüchtlingskinder in Aquin

Franziskanerinnen organisieren Schulunterricht Die Franziskanerinnen leiten in Aquin, einer Kleinstadt im Süden von Haiti, die einzige Schule der Stadt. Zum Glück wurde Aquin vom Erdbeben kaum getroffen und es gab keine Verletzten oder Toten. Doch in den Tagen nach dem großen Beben setzte der Strom von Flüchtlingen aus der Hauptstadt ein, womit die meisten Familien hoffnungslos überfordert sind. Es kommen nicht nur die direkten Familienangehörigen, sondern auch entfernte Verwandte und Freunde.
Kinder und Jugendliche sind in großer Zahl unter den Flüchtlingen und sie tun sich schwer, das Trauma des Erdbebens zu verarbeiten. Ein wichtiger Schritt dabei ist die Wiedergewinnung einer gewissen Normalität des Lebens, wozu vor allem der Schulbesuch gehört. Deshalb hat die Schule in Aquin begonnen, möglichst alle Kinder und Jugendlichen, die aus Port-au-Prince gekommen sind, in ihre Schulklassen zu integrieren.

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Dank aus Haiti

Dankschreiben von Pater Dempsey

Die Missionszentrale erhielt einen Brief, in dem sich Pater Dempsey aus Haiti herzlich für Ihre Spenden bedankt. Gern möchten wir diesen Dank an alle Spenderinnen und Spender weitergeben. P. Dempsey schreibt: "… inmitten der Schwierigkeiten, von Leid und Hunger hat Gott in Ihnen seine zärtliche Hand zu uns ausgestreckt, um uns zu trösten …" Die Franziskanerinnen und Franziskaner auf Haiti konnten in ihren Einrichtungen zusätzliche Hospitäler einrichten und Übernachtungsmöglichkeiten für Obdachlose schaffen. Es war ihnen durch Ihre großzügige Spende möglich, viele tausende Nahrungsmittelpakete unter der hungernden Bevölkerung zu verteilen. Die Missionszentrale wird die Menschen in Haiti in den nächsten Monaten und Jahren auch beim Wiederaufbau unterstützen.

Erdbebenkatastrophe Haiti aktuell

Kirchen und Konvente der Franziskaner dienen als Krankenstation und Speisesäle

P. Massimo mit Kind Liebe Schwestern und Brüder,

Während ich und drei Brüder Haiti wieder verlassen, möchten wir gerne unsere Gefühle, welche wir während unseres Aufenthaltes hatten, mit Euch teilen. 

Wir danken dem Herrn, den wir lebend inmitten von Tod und Verzweiflung in Port-au-Prince angetroffen haben. Er lebt in den Überlebenden, den Verletzten, den Kranken und in den unzähligen Armen. Er ist das Leben unter den Toten. Wir haben an den offenen Gruben der Massengräber gebetet und Eure Gebete hierher mitgebracht. Und wir haben Eure Solidarität und Euer Mitgefühl gegenüber den Lebenden den Überlebenden gegenüber zum Ausdruck gebracht.

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Franziskanerinnen versorgen Verletzte und Kranke in Haiti

Gesundheitsstation in Aquin ist rund um die Uhr im Einsatz

Die Gesundheitsstation „St. Helen“ der Franziskanerinnen in Aquin ist 140 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Aquin liegt an der Südküste der südwestlichen Landzunge und zahlreiche Menschen aus dieser Region haben in der Hauptstadt nach Arbeit und einem besseren Leben gesucht. Das Erdbeben hat nun die Häuser und auch die Träume der Menschen aus Aquin wie ein Kartenhaus zusammengeworfen, und viele sind in den letzten Tagen aus Port-au-Prince nach Aquin zurückgekehrt, um Hilfe bei ihren Familienangehörigen und bei den Franziskanerinnen zu suchen. Die Schwestern gehören zu der Kongregation „Franciscaines Missionnaires de Notre Dame“ und sind zum Glück alle unverletzt geblieben, aber Angehörige von Mitarbeiter/innen haben Familienmitglieder oder Freunde verloren.  Schwester Marie Agnès Aubry ist die leitende Schwester der Gesundheitsstation in der Nähe von Aquin und bittet dringend um Spenden, damit sie Medikamente, Verbandsmaterial, Decken und auch Lebensmittel für die zahllosen Kranken und Verletzte kaufen kann. Sie ist auf Ihre und unsere Hilfe angewiesen.

Erdbebenkatastrophe Haiti

Brief von Br. Dempsey Loarca ofm

Liebe Brüder und Schwestern,
ein paar Tage ist es schon wieder her, dass die Erdbebenkatastrophe das Innere der haitischen Erde erschüttert hat. Immer noch können wir nicht glauben, was geschehen ist. In unseren Gedanken kommen immer wieder die ersten Momente nach dem Erdbeben hoch. Ohne zu überlegen hatten wir in dem alten Auto der Gemeinde viele Schwerverletzte zum Krankenhaus gebracht - zu welchem Krankenhaus war die Frage - alle waren voll und Medikamente waren nicht vorhanden.
Da keinerlei Kommunikation möglich war, blieb ich in Unsicherheit über die Mitbrüder. Mit Gottes Hilfe erreichte ich das Haus St. Franziskus Lilavois und stellte fest, dass die Mitbrüder, abgesehen von geringen körperlichen Blessuren, unversehrt waren.
Nachdem wir die Verletzten im medizinischen Zentrum in der Obhut ausländischer Freiwilliger gelassen hatten, fuhren Br. Walter und ich in die Gemeinschaft „Croix des Missions“ …

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Aktuelle Impressionen aus Haiti

Fotos und Videos - zusammengestellt von den Franziskanern in Haiti

Lied für Haiti

Acht Tage danach Eight days after - Photo essay

Acht Tage danach Eight days after - Film

The Disaster before the Earthquake Haiti vor dem Erdbeben - große Armut aber keine Massenzerstörung

Erdbeben auf Haiti

Missionszentrale stellt 50.000 € Soforthilfe und Mittel für den Wiederaufbau bereit

nach dem Erdbeben in Haiti
Bild: AP

Am 12. Januar 2010, gegen 16.53 Uhr Ortszeit, ließ in 13 km Tiefe ein Erdbeben der Stärke 7 für eine unendliche Minute die Erde in Haiti beben. Plötzlich bewegte sich die Erde unter den Füßen und unter den Häusern der Menschen. Die fassungslosen Worte eines Mannes: „Plötzlich habe ich den Halt verloren, es krachte und ich wurde zu Boden gerissen.“ Entsetzen, Schreie, Schock, Panik, Verwirrung und der Zusammenbruch lassen Kinder, Frauen und Männer alles verlieren. Umherirrende verstörte Menschen überall. In grausamen Sekunden haben sie ihre Kinder, Eltern, Geschwister, Verwandten, Freunde und ihr Zuhause verloren.

Hilfe für Haiti - Hier können Sie spenden!

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Erdbebenkatastrophe Haiti

Situationsbericht des Franziskanerbruders Victor aus dem Erdbebengebiet

zerstörte Kirche

Als die Erde zu beben begann, habe ich gerade Unterricht im Französischen Institut gegeben, aber Gott sei Dank konnten wir uns retten. Es fühlte sich so an, als ob in Haiti eine Bombe eingeschlagen hätte. Wir haben getan, was wir tun konnten, um den Menschen zu helfen, um ihnen erste Hilfe zu leisten und die Wunden zu behandeln. Wir haben instinktiv gehandelt. Ich habe Schreckliches gesehen, ich sah die Menschen sterben während wir ihnen erste Hilfe leisteten. Es war schrecklich. Jetzt liegen überall auf den Straßen Tote, Kinder, Jugendliche und Frauen. Universitäten und Schulen sind eingestürzt und haben viele Kinder und Jugendliche lebendig begraben. Alle sind unter den Trümmern gestorben, denn sie hatten keine Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen. Es war fürchterlich. Es war und ist schrecklich, sehr schrecklich. Bruder Victor ofm

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